Kleinhaus

Vorbildbau errichtet 1893

Rekonstruktion im Museum: 2003/2004

Während die anderen Fachwerkgebäude des Landschaftsmuseums an ihren ursprünglichen Standorten weitgehend zu Zeiten errichtet wurden als der Westerwald eine vergleichsweise wohlhabende Region darstellte, zeugt das Kleinhaus von den eher bescheidenen Wohn- und Arbeitsverhältnisse der „kleinen“ Leute. Im 19. Jahrhundert hatte in der Region aus verschiedenen Gründen ein wirtschaftlicher Niedergang eingesetzt, der erst langsam wieder überwunden werden konnte. Dies manifestierte sich auch in den Gebäuden.

Kleinhaus aussenDas Kleinhaus ist die Rekonstruktion eines 1893 in Kirburg errichteten und dort bis heute bewohnten Gebäudes. Der Keller, welcher zugleich als Stall dient, ist „gestelzt“, d.h. aus grob behauenen Basaltsteinen aufgemauert. Darauf sitzt das riegellose Fachwerk aus Tannen- und Fichtenholz, wobei alle konstruktionstechnisch nicht notwendigen Bestandteile weggelassen wurden.

Kleinhaus FamilieIn solchen Häusern lebten Bergleute, Steinbrucharbeiter, Wanderarbeiter, Landgänger oder Hausierer, die nebenbei eine kleine Landwirtschaft betrieben. Die Grundfläche des Kleinhauses im Landschaftsmuseum beträgt rund 50 Quadratmeter. Im Vorbildbau aus Kirburg lebten 11 Personen gleichzeitig. Es ist jedoch zu betonen, dass viele Familien mit Häusern wie diesem überhaupt eine eigene Immobile besaßen, wenn auch in vergleichsweise bescheidenem Rahmen.

Wechselnde Ausstellungen zu sozialgeschichtlichen Themen werden im Kleinhaus präsentiert. Zudem finden hier museumspädagogische Aktionen statt.

Im Keller ist das letzte Exemplar des 1945 ausgestorbenen „Westerwälder Rindes“ zu sehen.


 Kleinhaus aussen früherKleinhaus aussen heute





Das Kleinhaus um 1930 in Kirburg. Der Kellereingang wurde bei der Rekonstruktion im Museum an die rechte Giebelseite verlegt.

 

 


  Kleinhaus aussen KirburgKleinhaus aussen LMW

 

Die beiden Kleinhäuser in ihrer aktuellen Gestalt. Einmal an der Langenbacher Straße in Kirburg und einmal im Landschaftsmuseum.