oelmuehle

Gebäude errichtet um 1750

Übernahme ins Museum: 1981-1983

Kollergang aus Buchholz. Wasserrad und Stampfwerk rekonstruiert.

Das Ölmühlengebäude aus Eichenholzfachwerk war dem ebenfalls ins Landschaftsmuseum überführten Mühlenwohnhaus angeschlossen. Bis 1900 wurde es zur Ölherstellung genutzt.

Rund 80 Jahre später erfolgte die Übernahme des Gebäudes ins Museum. Die Inneneinrichtung ist eine Zusammenstellung originaler Bestandteile aus verschiedenen Ölmühlen. Neuanfertigungen vervollständigen die Anlage.

In zwei Arbeitsgängen wurde hier Öl gewonnen. Das Wasserrad setzte eine hölzerne Welle in Bewegung, die einen stehenden Läuferstein rotieren ließ. Der Stein des sogenannten Kollergangs zerquetschte die Ölsamen. Nach der Zerkleinerung erfolgte das Pressen mittels einer speziellen Keiltechnik. Die Keile wurden über zwei Holzstempel eingeschlagen. Als Antrieb diente wiederum die zentrale Holzwelle.

Von den dabei entstehenden Klopfgeräuschen leitet sich die Ausdrucksweise „Öl schlagen“ für die Tätigkeit sowie „Ölschläger“ als Bezeichnung für den Betreiber einer Ölmühle ab.

Mit Wasserkraft betriebene Ölmühlen wie diese waren bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts flächenmäßig über den Westerwald verteilt. Vereinzelt verarbeiteten sie bis in die 1950er Jahre hinein verschiedene Ölfrüchte wie Raps, Leinsamen, Rübsen, Sonnenblumenkerne, Bucheckern oder Eicheln. In einem zweiteiligen Arbeitsprozess wurden mittels einer speziellen Verfahrens Speise-, Brenn- und Schmieröle produziert.

Häufig waren die Ölmühlen mit Getreidemahlmühlen kombiniert. Die Ölproduktion geschah im Auftrag der bäuerlichen Kundschaft und beschränkte sich auf wenige Monate im Jahr.


Ölmühle Aussenansicht früheÖlmühle Aussenansicht heute




Vor der Übernahme ins Museum war das Dach der Ölmühle mit Pfannen gedeckt. Heute schützt ein rekonstruiertes Reetdach das Gebäude.

 


 Ölmühle Innenansicht früherÖlmühle Innenansicht heute




Muskelkraft war beim Einsetzen des Kollergangs im Museum gefragt. Der sich um die Achse drehende Stein diente ursprünglich zum Aufquetschen der Ölfrüchte.