Seit seiner Gründung vor 25 Jahren hat der Freundeskreis des Landschaftsmuseums Westerwald die Einrichtung in Hachenburg mit weit mehr als einer Millionen Euro unterstützt.
Auf die Mitgliedsbeiträge entfielen davon 600 000 Euro, die sowohl der Stadt und Verbandsgemeinde Hachenburg als auch den Kreisen Westerwald und Altenkirchen, dem Westerwald- Verein, der Stadt und Verbandsgemeinde Bad Marienberg sowie 45 weiteren Gemeinden und acht Firmen zu verdanken sind. Ferner flossen rund 600 000 Euro Spenden in die Kasse des Freundeskreises, davon allein von der Kreissparkasse Westerwald 575 000 Euro.
Ohne diese Gelder seien viele Projekte und Exponate des Museums kaum vorstellbar, wurde bei der kleinen Jubiläumsfeier in Hachenburg betont. Im Anschluss an die Jahresversammlung begrüßte der Vorsitzende Tony Alt im Gewölbekeller des Hofgartenhauses zahlreich Gäste, besonders den Mitbegründer des Freundeskreises Dr. Hans Georg Emde. Landrat Peter Paul Weinert betonte, der Freundeskreis habe den Balanceakt geschafft, zu unterstützen, ohne zu bevormunden. In den vergangenen 25 Jahren habe sich das Umfeld verändert und erfordere konzeptionelle Anpassungen für die Zukunft, gerade angesichts knapper öffentlicher Kassen. "Gute Ideen sind gefragt", sagte er. Geld sei nur begrenzt vorhanden, das eigentliche Problem sei aber eine Dezentralisierung der Museumsangebote. Immer mehr Museen entstünden zum Teil in Verbünden, wie etwa der Geopark Westerwald- Lahn- Taunus. Da wäre es ein Skandal, wenn das Landschaftsmuseum Westerwald außen vor bliebe: "Der Westerwald ist es sich schuldig, ein zentrales Museum zu haben." Bei den Ausgrabungen am Stöffelpark habe man sich bereits zurückgezogen, eine derartige Dezentralisierung dürfe aber nicht zur Norm werden, sonst blieben die Besucher aus: "Wenn man wartet, was andere übrig lassen, bleibt nichts übrig."
Auch Alt ist sich dieser Verantwortung bewusst. Schon bei der Museumsgründung 1976 hat der Westerwald- Verein als damaliger Träger festgehalten, dass die Aufgaben des Museums sich nicht nur auf die Vergangenheit beziehen, sondern zukunftsorientiert ausgerichtet sein müssen. In der Vereinssatzung wird der Zweck des Freundeskreises als ideelle und materielle Unterstützung des Landschaftsmuseums beschrieben, die der Verwirklichung des Museumsgedankens dient. Freudig betonte Hachenburgs Bürgermeister Peter Klöckner, er wisse die Aufbauarbeit von Dr. Emde bei Tony Alt in guten Händen. Museumsleiter Dr. Manfrid Ehrenwert würdigte die Zusammenarbeit mit dem "hoch kompetenten Freundeskreis". Konstruktive
Ideen, ein hohes Maß an Vertrauen und die freie Verfügbarkeit zweckgebundener Mittel gewährleisteten einen flexiblen Handlungsrahmen.
Das Klarinettentrio des Landesmusikgymnasiums in Montabaur mit David Arbeiter, Desiree Benner und Lea Herz umrahmte die Feier musikalisch. Um den Museumsbesuchern anlässlich seines Jubiläums ein Geschenk zu machen, bezuschusst der Freundeskreis von April an bis Ende 2009 alle Eintrittskarten mit einem Rabatt von 25 Prozent. Der Wunsch sei, dass viele Westerwälder von diesem Beitrag für die heimatbezogene Kultur Gebrauch machten .
Thomas Sonnenschein
Westerwälder Zeitung vom Freitag, 20. März 2009, Seite 15.



