Mit dem breit gefächerten Kanon an Dauer- und Sonder-Ausstellungen, Aktionstagen, Abend- und Sonderveranstaltungen sowie den museumspädagogischen Programmen und sonstigen Angeboten hat das Museum seinen guten Ruf als „kulturhistorisches Gedächtnis“ und zentrale Forschungseinrichtung der Region Westerwald weiter festigen können.

Ausstellungen: Den Auftakt bildete die Präsentation einer handverlesenen Auswahl filigraner Scherenschnitte und Druckgrafiken des Künstlers Ernst Moritz Engert aus Hadamar im Haus Norken. – Die Geschichte des Westerwälder Rindes, einer alten Haustierrasse, die vorwiegend in kleinen bäuerlichen Wirtschaftsbetrieben des Westerwaldes für Milch, Nahrung und Arbeitsleistung bevorzugt wurde, dokumentierte die mit Heimatforschern aus der Region erarbeitete Sonderschau im Kleinhaus. – An einer Fülle wertvoller Leihgaben des Landes Rheinland-Pfalz zum 300jährigen Jubiläum der Porzellanherstellung in Deutschland (Edles in Weiß) konnten sich viele große und kleine Besucher den ganzen Sommer über im Hofgartenhaus erfreuen. Gerade Kindern hat das „Suchspiel“ dazu viel Spaß bereitet. „Schöne Ausstellung mit viel Liebe zum Detail“ lautete stellvertretend eine der begeisterten Meinungen, die in mehreren Besucherbüchern auf vielerlei Art zum Ausdruck gebracht wurden. – Das Museum gerade zur Weihnachtszeit zu beleben, gelang mit Ausstellung und Begleitprogramm zu Teddy, Frieda, Rosi & Co. mit historischen Steiff-Figuren aus Handwerk und ländlichem Leben. 45 Leihgeber aus dem Westerwald haben darüber hinaus weit mehr als 200 ihrer Lieblingstiere zur Verfügung gestellt, die in mehreren Räumen auf zwei Ebenen des Hauses Norken präsentiert wurden. Viele teilten uns auch die Geschichten über IHR Steiff-Tier mit, die zum vergnüglichen Lesen ausgelegt werden konnten. Vorlesestunden für Schulkinder, die Bärenbauwerkstatt, die Prämierung verschiedener Leihgaben sowie die Begutachtung der Objekte band die Bevölkerung aus verschiedensten Regionen des Westerwaldes aktiv in das Museumsgeschehen mit ein.

Aktionstage:

Mit Sonderaktionen – wie bei den Lehmbauern am Internationalen Museumstag mit 1722 Besuchern – spannt das LMW an vier Sonntagen für alle Besuchergruppen eine anschauliche Brücke zwischen dem Leben im Westerwald früher und heute. Gerade Familien mit Kindern nehmen die Vorführungen und Mitmach­programme an. Für viele – auch Zugezogene – wird hier der Grundstein gelegt, sich mit der Geschichte von der Heimat und der Herkunft ihrer Familie auseinander zu setzen und deren Hinterlassenschaften für nachfolgende Generationen lebendig zu erhalten.

Museums-Pädagogik: Der Förderung von Kindern widmet das LMW größte Aufmerk­samkeit. Stetig ansteigend ist die Nachfrage nach pädagogischen Angeboten. Fast um 30% nahm die Teilnahme an Kinderbegurtstagen im Museum zu (mehr als 800 Kinder). In der Museumswerkstatt lernten 1800 Schüler aus dem regionalen Westerwald an ca. 75 Vormittagen spielerisch und durch eigenes Hand anlegen die Geschichte und den Umgang mit heimischen Produkten wie Kartoffel, Milch, Honig etc. kennen. – Das LMW als Zentralmuseum der Region wurde vom Land Rheinland-Pfalz finanziell für die Umsetzung von zwei Limes-Kleinprojekten gefördert. Vorgestellt wurden am 30.10.2008 mit Herrn LR Weinert und Gästen zunächst die aufwendig ausgestatteten Limes-Koffer. Zur Vorbereitung von Wandertagen und Exkursionen im Schulunterricht bieten sie zahlreiche Anregungen zum Erforschen der Limes-Bodendenkmale im Westerwald. Jeder Koffer enthält Module zum eigenen Experimentieren sowie zum Erleben wertvoller Einblicke in die Lebens- und Alltagswelt auf beiden Seiten des römisch-germanischen Grenzwalls.

Abendveranstaltungen: Gut besucht waren die Vortragsabende. Sechs hochkarätige Referenten vermittelten im improvisierten Vortragsraum vor bis zu 75 Personen ihre spannenden Forschungsresultate zum Jahresthema „Gesundheit“.

Forschung/Vernetzung: Die digitalisierte Erfassung der Museumsobjekte in Text und Bild ist erfolgreich angelaufen und soll im laufenden Jahr angeschlossen werden. – Mit der Uni Mainz ist ein Forschungsprojekt über den Westerwälder Laienfotografen Valentin Altmann angelaufen. Als erstes wurden ca. 1150 bisher in der Gemeinde Niederelbert verbliebene Glasplatten aufwendig digitalisiert. Damit verfügt das LMW über einen einmaligen Bilder-Schatz von ca. 1500 Altmann-Fotos über das alte Leben im Westerwald vor etwa 1930. Ein Teil des Materials (Bilder amerikanischer Soldaten in Niederelbert 1918/19) wird an der Uni Mainz im Rahmen einer Doktorarbeit wissenschaftlich bewertet. Andere Bereiche aus Alltag, Handwerk und Landarbeit werden zukünftig in einer weiteren umfangreichen Ausstellung im LMW gezeigt, die Altmann-Bilder dann denen anderer Westerwälder Fotografen der Frühzeit (Weller, Kirschbaum, Sander usw.) gegenüberstellt. Auch Publikationen und Kataloge dazu sollen entstehen. – 400 alte Glas-Negative des Fotografen A. Remy aus Höhr-Grenzhausen konnten gerettet werden und kamen zum Bestand.

Archiv/Bibliothek/Bildsammlung: Die Häuser des Museumsdorfes, die Originale an Objekten und Fotos sowie die umfassenden Bestände alter Publikationen zur Alltags- und Landesgeschichte des Westerwaldes standen oftmals im Interesse von Anfragen und vielen Nutzern für eigene Recherchen vor Ort im Museum zur Verfügung. – Orts- und Stadtfeste (500 Jahre Mähren; 1050 Jahre MT in 2009 usw.) konnten mit Leihgaben für Präsentationen unterstützt werden. – Verschiedene Mitarbeiter recherchierten bei zahlreichen Anfragen das Jahr über zu heimatgeschichtlichen Forschungen und Publikationen in den Medien (z. B. für WDR-Anfragen aus Köln, NASPA-Broschüre etc.). – Im LMW aufgenommene Fotos zieren das Cover für die neue CD des Musikvereins Siershahn. – Der im Sommer 2008 von Landrat Lieber in Altenkirchen vorgestellte neue Film über Fr. W. Raiffeisen wurde zum wesentlichen Teil im LMW gedreht. – Der Film „Die Mittelschorle“ über die Geschichte der Realschule Hachenburg: (Uraufführung am 9.12.2008 im Cinexx Hachenburg) wurde unter wesentlicher Beteiligung des Museums im LMW erstellt.

Publikationen: Von den wissenschaftlichen Beiträgen des Museumsleiters in der Wäller Heimat und externen Publikationen seien für die Außenwirkung des Museums hier besonders hervorgehoben der Eröffnungsbeitrag im neuen Westerwaldkreis-Buch (Auf den Spuren der Geschichte – vom Erdaltertum bis zur Gegenwart) sowie die als Monografie erarbeitete Studie Auf den Spuren der musikalischen Volkskultur im Westerwald, auf der auf 450 Seiten zum ersten Mal alle bekannten Quellen zum Thema veröffentlicht und mit zahlreichen Textbeiträgen versehen werden konnten. Das Buch, das vom Volks­musik­archiv des Bezirks Oberbayern herausgegeben wurde, entstand in Zusammenarbeit und mit wesent­licher Unterstützung durch das LMW.

Ausblick auf die Veranstaltungen 2009: mehrere Ausstellungen im Haus Norken zu den Themen Kunst, Fotografie und Kindheit/Weihnachten – Präsentation im Kleinhaus über „unentbehrliche“ Alltagsgegenstände – im Hofgartenhaus Sonderausstellung Nicht nur runde Sachen – Bierdeckel und Brauereikultur im Westerwald – umfangreiches Veran­staltungsprogramm zum 25jährigen Jubiläum des Museumsfreundeskreises.

M. Ehrenwerth/15.1.2009