Wissenschaftliche Inventarisation der Sammlungen: Der größte Teil konnte bis Jahresende von einer für zwei Jahre zusätzlich eingestellten Fachkraft abgeschlossen werden. Die restlichen Nachträge werden zurzeit mit Hauspersonal ergänzt. Dann sind erstmals alle ca. 13.000 volkskundlichen Objekte nummeriert, vermessen, beschrieben, digital fotografiert und in einer Datenbank abgelegt. 202 Objekte davon können bereits im Internet begutachtet werden [ www.museum-digital.de/rlp/ ]. Damit gehören Landschaftsmuseum und Kermikmuseum Westerwald zu den Spitzenreitern in der digitalen Museums-Präsentation im Lande Rheinland-Pfalz.

Ausstellungen: Gezeigt wurden 2010 zwei Kunstausstellungen (Haus Norken), „unentbehrliche“ Alltagsgegenstände (Kleinhaus), Bäuerinnen-Bilder (Scheune) sowie im Zentrum der Veranstaltungen die Ausstellung zur Amerika-Auswanderung (Hofgartenhaus). Viele positive Reaktionen sind in mehreren Besucherbüchern festgehalten.

Amerika-Vitrine

Bild: Vitrine Auswanderung aus Sespenroth/Ww., 1853. Vor der Kiste ein Ausreisegesuch des Bürgermeisters Raiffeisen für die Familie Salterberg, 1854. Foto Eberhard Großmann


Die Familien-Aktion in den Sommerferien bei freiem Eintritt (ein Projekt des Freundeskreises) nutzten insgesamt 543 Familien und 171 einzelne Kinder. Der Beginn des Ausstellungskanons im Frühjahr wurde begleitet vom modernisierten Internetauftritt des Museums (www.landschaftsmuseum-westerwald.de).
Die Aktionstage waren bei schönem Wetter gut besucht, insbesondere der Museumstag. Neu im Angebot war ein Familientag zum Advent, der 2011 zusammen mit den benachbarten Landesforsten umgesetzt werden könnte. Auch die Abendvorträge zu heimat- und naturkundlichen Themen haben sich etabliert. Zwischen 25 und 50 Gäste nahmen die abendlichen Angebote im Gewölbekeller an.
Der Museumsleiter hielt einen Vortrag über die „Bedeutung des Fachwerkbaus im Westerwald“ bei den 1. Westerwälder Lehmbautagen in der Stadthalle Hachenburg sowie einen über „Valentin Altmann (Niederelbert/Ww. 1891-1967)“ an der Uni Bonn.
Die Museumswerkstatt konnte wieder mit mehr als 50 Schulklassen tätig werden. Dazu wurden mehrere neue Programme entwickelt und erprobt („Museum hautnah“; „Entdeckertouren durchs Museum“ usw.). Neu waren auch diverse Filz-Workshops, u. a. ein gemeinsamer „Großeltern und Kind-Workshop“ an drei Adventssamstagen. Ziel ist die Durchführung kostendeckender Kurse im Freizeitbereich für Schulklassen und Gruppen und die Einbindung insbesondere neuer Altersgruppen neben Grundschülern.
Ausblicke auf 2011: Im Haus Norken sind Ausstellungen zum Thema „Landwirtschaft in der Kunst“ sowie eine Bilderausstellung zur „Fachwerksanierung im Westerwald“ (Kooperation mit der Denkmalbehörde beim WW-Kreis) vorgesehen. Für das Kleinhaus wird eine neue Präsentation zu Lebenswegen und Lebensschicksalen von Menschen im Hohen Westerwald erarbeitet. Auf zwei Ebenen des Hofgartenhauses und in der Scheune wird die Sommerausstellung „Feuer aus!“ vorbereitet. Mit der Aufarbeitung des Feuerlöschwesens im Westerwald wird der Kanon der großen Ausstellungen mit Relevanz für den ganzen regionalen WW fortgesetzt. Eingeplant ist neben dem Feuerwehrtag (7.8.) und weiteren Begleitveranstaltungen auch die Herausgabe eines Kataloges.
Kooperationen: Die Geschäftsstelle des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus hat seine Arbeit in Braunfels aufgenommen. Das LMW als einer der 10 wichtigen Kooperationspartner wird 2011 im Haus Norken zwei weitere Angebote zum Thema Handwerk heimischer Baustoffe installieren (Basaltkipper, Schieferdecker).